UNSER ZIEL

Wir zielen auf die Wiederaufforstung von stark geschädigten Waldgebieten/Renaturierung im Umfeld Altenkirchen bzw. Hachenburg (Westerwald). Umweltprojekte dieser Art kommen nicht nur unserer jungen Generation zu Gute, wobei wir uns aufgrund unserer intensiven Auseinandersetzung mit Gesundheit und Lebensqualität natürlich an strenge Auflagen halten und so den Wald nachhaltig für die Zukunft beforsten. Je mehr sich beteiligen, desto mehr Wald wird aufgeforstet. (Erinnerung: Die Flächengröße der aufgeforsteten Bäume wird einmal jährlich im Jahresbericht veröffentlicht.)

Welche Bäume setzen wir?

Nicht jeder Baum eignet sich als klimaangepasster Baum. In Deutschland sind rund 90 Baum- und Straucharten anzutreffen, wobei Fichten, Kiefern, Buchen und Eichen den größten Prozentsatz ausmachen. Dabei kommen nicht alle Baumarten regional gleich vor, sie stehen schwerpunktmäßig. So steht die Fichte vom Alpenvorland bis in die Hochlagen Süd- und Südwestdeutschlands, in den Mittelgebirgen Nordostbayerns bis in den Thüringer Wald und das Erzgebirge, aber auch im Hunsrück, der Eifel, dem Taunus, dem Westerwald, dem Rothaargebirge und dem Harz. Die Kiefer hingegen ist im nordostdeutschen Tiefland von Niedersachsen bis nach Brandenburg und Sachsen anzutreffen, doch auch im Pfälzer Wald, im Rhein-Main Gebiet und im Oberpfälzer Becken. Die Buche steht in den Mittelgebirgen von der Schwäbisch-Fränkischen Alb über Pfälzerwald, Eifel, Odenwald und Spessart, die Eiche im Pfälzer Wald, dem Spessart und den warmen Tieflagen Deutschlands.
Uns ist eine bewusste Abkehr von Nadelbaum-Monokulturen hin zu möglichst artenreichen Mischwäldern wichtig und setzen daher auch keine Tannen/Fichten im Westerwald. In den letzten Jahren haben sich vor allem Eiche und Erle als klimaangepasste Arten gezeigt. Dies sind nur einige von vielen Baumarten, die wir hier im Westerwald pflanzen.

Warum setzten wir uns dieses Ziel?

Verantwortung zu übernehmen und dann auch entsprechend zu handeln ist wichtig. Nicht nur ein Zeichen zu setzen, sondern bewusst den Wald für uns und die nächsten Generationen zu gestalten, ist uns eine Herzensangelegenheit! Die Sensibilisierung für den Wald, für Jung und Alt stellt dabei einen wesentlichen Teil der Wahrnehmung dar, denn nur wenn man versteht, was der Wald doch für ein komplexes System ist und wie wir mit Ihm umgehen, lernt man, wie schützenswert dieser ist.
Als unabhängiges und umweltbewusstes Unternehmen sehen wir es als verpflichtend an nicht nur den Wald zukunftsfähig zu gestalten, sondern auch die Menschen daran teilhaben zu lassen.

Wie funktioniert der zukünftige Waldbau konkret?

Zunächst ist die Wahl der Flächen, auf den gepflanzt werden soll,  wichtig. Auf großen kahlen Flächen haben es junge Bäume meist schwerer als im dichten Unterholz. Sie sind nicht so gut vor Frost, Sonnenbrand und diversen anderen Witterungen geschützt, wie ihre großen Verwandten. Daher ist es besser, den Generationenwechsel unter den noch stehenden Bäumen einzuleiten. Unter einem dichten Kronendach fehlt oftmals das benötigte Licht, um schnell zu wachsen, dafür besteht mehr Sicherheit. Denn gerade in extrem warmen Jahren bietet ihnen der Wald Schutz, indem er durch Schatten und kondensiertes Wasser seine Temperatur konstant hält. 

Nicht überall ist dies möglich. So werden u. a. auch ganze Flächen gerodet. So gibt es keinen großen Schutz vor Schatten. Für solche Flächen ist es schwierig geeignete Arten zu finden, die den klimatischen Bedingungen standhalten können. Hinzu kommen die Wuchsdynamik, der Nährstoffverbrauch, das Konkurrenzverhalten, der pH-Wert und die Wilddichte. Alle Faktoren muss man kennen, um zu bestimmen, welche Bäume für welche Fläche geeignet sind. 

Eines von vielen möglichen Modellen ist das Cluster (Klumpen)-Modell. Es kann sowohl im Wald, als auch auf Brachflächen eingesetzt werden. Je nach Baumart wird bestimmt in welchem Abstand und wie viele Setzlinge in ein Cluster kommen. Diese werden nur punktuell auf die Fläche gepflanzt, um später eine sichere wirtschaftliche Einnahmequelle zu haben. Den Zwischenraum überlässt man der  Naturverjüngung.

In unserem Modell pflanzen wir ähnlich, hierbei ist aber kein wirtschaftlicher Gewinn in den Vordergrund gestellt, sondern die langfristige Sicherung unseres Waldes. So pflanzen wir beispielsweise Buchen in der Mitte der Gruppe und drumherum Haselnuss. Denn der Schattenbaum Buche verträgt keine starken Sonnenstrahlen, der Halbschattenstrauch Haselnuss schon. Durch sein schnelles Wachstum schützt er die Buche innerhalb der ersten sensiblen Jahre, da die Haselnuss eine schattenspendende “Krone” über die Buche wirft. Die Buche selbst wächst mit den Jahren durch den Haselnussstrauch hindurch nach oben. Sobald sie eine bestimmte Wurzeltiefe erreicht hat, in der der Boden dauerfeucht ist, so stehen Ihre Chancen gut, groß zu werden. Denkbar sind auch andere Zusammenschlüsse, z.B. Eiche und Linde. Nachgewiesen ist, dass diese Modelle, sowohl in bestehendem Wald als auch auf offener Fläche funktionieren.

Wieso sollte man im Westerwald klimabelastbare Bäume pflanzen?

Hierzulande gibt es eine besonders lange Tradition der Einfuhr von fremdländischen Baumarten. Eine der wichtigsten ist die Douglasie, welche ursprünglich aus Nord-Amerika stammt. Diese haben hier einen Vorteil im Klimawandel: durch ihre wärmere Heimat, in der es trockener ist, können sie hier auch besser mit Trockenheit umgehen. Sollte man in Zukunft  neben den schon gut resistenten Arten, wie Eiche und Kiefer, auch fremde, gut angepasste Arten pflanzen? Viele Kritiker sagen hierzu nein, dabei gab es diese Art von fremden Bäumen, die neue Gebiete erobert haben, schon immer. So zog sich vor der letzten Eiszeit die Baumgrenze weltweit Richtung Äquator zurück. Tiere halfen, durch Samenverbreitung, den Bäumen, sich an diese langsame Grenzverschiebung anzupassen. So gelangt ein Baum u. a. in ein Gebiet, indem er vor 2 Jahrhunderten nie gewachsen wäre, nur weil jetzt alle Bedingungen ideal für diesen sind.  Heute haben wir ein ähnliches Problem, die Grenzen der Arten verschieben sich. Daher ist es umso wichtiger, auch neue Wege zu gehen und klimastabile Bäume zu pflanzen. Denn sie können auch in Zukunft dafür sorgen, dass wir den Wald, so wir wie ihn kennen, erhalten.